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Cloud mit Kette – bremst das Vendor-Lock-in die Cloud aus?

Cloud-Services sind im gewerblichen Bereich gross im Kommen – immer mehr Unternehmen setzen auf die Cloud, um von den Vorteilen dieser Lösung zu profitieren. Mehr Flexibilität, Kosteneinsparungen und nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit sind dabei die häufigsten Faktoren, die die Entscheidung für den Umzug in die Cloud beeinflussen.

Es gibt allerdings auch eine Reihe von Firmen, die noch immer grosse Bedenken gegenüber der Cloud haben und diese Technologie deshalb nicht nutzen. Ein wichtiges Argument, das gegen die Cloud sprechen kann, ist das Vendor-Lock-in. Aber wie ausgeprägt ist der Lock-in-Effekt tatsächlich und sollte man aufgrund dieses Effekts wirklich auf die Cloud verzichten?

Was ist Vendor-Lock-in?

Unter dem Begriff „Vendor-Lock-in“ versteht man die enge Bindung eines Kunden an ein Produkt oder einen Dienstleister, durch die ein Wechsel zu einem anderen Anbieter erschwert wird. Diese auch als „Lock-in-Effekt“ bezeichnete Bindung ist dabei nicht freiwillig, sondern kommt in den meisten Fällen durch technische Voraussetzungen oder vertragliche Vereinbarungen zustande.

Ein klassisches Beispiel für das Vendor-Lock-in sind Kameras, bei denen Objektive und Akkus normalerweise nur mit Modellen eines Herstellers verwendbar sind. Bei einem Wechsel zu einer Kamera eines anderen Herstellers wäre das gesamte Zubehör nutzlos, sodass der Umstieg für den Kunden mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Der Kunde ist damit mehr oder weniger gezwungen, weiter auf die Produkte des bisherigen Herstellers zu setzen.

Ist Vendor-Lock-in bei Cloud-Anbietern ein Problem?

Um es kurz zu machen: Ja, das ist es. Sind Ihre Daten erst einmal im System eines Cloud-Anbieters, lassen sie sich nicht ohne Weiteres wieder abziehen. Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (kurz ENISA) der EU stuft das Risiko von Vendor-Lock-in bei Cloud-Anbietern sogar als hoch ein. Die Vertreter der Agentur sehen das grösste Problem darin, dass Cloud-Services in vielen Fällen auf „proprietären, nicht standardisierten Datenformaten und Applikationslogiken“ basieren. Dadurch können die eigenen Daten nicht einfach aus der einen Cloud abgezogen und in eine andere Cloud hochgeladen werden. Hinzu kommt, dass es für Cloud-Systeme bisher kaum Standardschnittstellen oder offenen APIs gibt – und selbst das Frontend bei den meisten Anbietern auf proprietären Formaten basiert.

Eine weitere Hürde sind die Kosten eines Wechsels, gerade wenn grosse Mengen an Daten bewegt werden müssen. Beim Transfer der Daten in die Cloud sind viele Anbieter sehr entgegenkommend. Die Daten können häufig zu einem Festpreis in die Cloud übertragen werden – beim Abzug der Daten werden dagegen die tatsächlich entstehenden Kosten abgerechnet. So kann es bei grossen Datenmengen schnell passieren, dass bei einem Wechsel die Kosten für den Datentransfer drei bis vier Mal so hoch sind wie beim ursprünglichen Transfer in die Cloud.

Eine gewisse Abhänigkeit zum Provider lässt sich praktisch nie vermeiden. Daher ist es wichtig einen Anbieter zu wählen, der längerfristig als zuverlässiger Partner in Frage kommt. Preiserhöhungen, eine Verschlechterung der Servicequalität oder eine Neuausrichtung des Anbieters, die nicht zu den eigenen Zielen passt, können einen Wechsel erzwingen. Allerdings muss man auch beachten, dass die Anbieter unter Konkurrenzdruck stehen und sich daher Qualitätsmängel oder zu hohe Preise nicht leisten können.  

Wie lässt sich Vendor-Lock-in vermeiden?

Als einzelner Kunde vermeiden Sie den Lock-in-Effekt am einfachsten, indem Sie sich für einen Cloud-Anbieter ohne Vendor-Lock-in entscheiden. Das Problem ist nur, dass es bei fast allen Dienstleistern in diesem Bereich zumindest zu einem gewissen Grad einen Lock-in-Effekt gibt. Das liegt unter anderem an der rasanten technischen Entwicklung der Cloud-Technologie. Die Service-Anbieter erweitern laufend ihr Leistungsportfolio – und die neuen Services basieren praktisch zwangsläufig auf proprietären Formaten und Funktionen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Offene Standards und Open-Source-Lösungen haben das Vendor-Lock-in zwar etwas begrenzen können, die Entwicklung hier ist aber zu langsam, als dass sie mit dem Innovationstempo der Cloud-Anbieter mithalten könnte. Zudem haben diese nur ein begrenztes Interesse daran, den Lock-in-Effekt zu vermeiden, da sie sich durch exklusive Services von der Konkurrenz abheben wollen.

Wollen Sie also ein Vendor-Lock-in so weit wie möglich verhindern, ist es sinnvoll, den Anbieter der Wahl vorab zu testen. Überprüfen Sie, mit wie viel Aufwand der Betrieb und eine mögliche Migration der Daten verbunden sind, und treffen Sie dann erst eine Entscheidung.

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Topics: Cloud