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Hochverfügbarkeit in der IT – was ist das und wie erreicht man sie?

IT-Systeme sind in den meisten Unternehmen heutzutage unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb. Ob Angebotserstellung, Terminabsprachen, Kundenservice oder Bestellungen bei Lieferanten – ohne Zugriff auf das Firmennetz und die zugehörigen Anwendungen geht inzwischen nichts mehr. Kein Wunder also, dass viele Firmen versuchen, einen Ausfall des IT-Systems durch technische Massnahmen zu verhindern. Ein Schlagwort, was in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist „Hochverfügbarkeit“. Aber was ist das eigentlich und ab wann gilt ein System als hochverfügbar? Brauchen Sie für Ihre IT ein hochverfügbares System? Und ist so etwas nicht sehr teuer? Auf diese und viele weitere Fragen zum Thema finden Sie im folgenden Blog-Artikel die Antworten.

Was ist Hochverfügbarkeit?

Ganz allgemein gesprochen gilt ein System als hochverfügbar, wenn es trotz des Ausfalls einer oder mehrerer Systemkomponenten noch voll funktionstüchtig bleibt und die Anwendungen ohne menschliches Zutun weiterhin verfügbar sind. In der Praxis darf es für einen Nutzer bei einem hochverfügbaren System also keine oder nur minimale Unterbrechungen der Funktionen geben.

Diese Definition ist zwar verständlich, allerdings leider zu schwammig. Denn was gilt noch als minimale Unterbrechung und was ist zu viel? Um eine Antwort auf diese Frage geben zu können, gibt es verschiedene Klassen von Hochverfügbarkeit. Die niedrigste Klasse ist eine Verfügbarkeit von 99,9 %, was einer maximalen Ausfallzeit von acht Stunden und 46 Minuten pro Jahr entspricht. Bei den höheren Klassen kommt jeweils noch eine Neun als Nachkommastelle hinzu. Die nächsthöhere Verfügbarkeitsklasse setzt also eine Verfügbarkeit von 99,99 % voraus, was einer maximalen jährlichen Ausfallzeit von 53 Minuten entspricht.

Grundsätzlich lassen sich unbegrenzt Klassen festlegen, in der Praxis wird aber in der Regel höchstens eine Verfügbarkeit von 99,9999 % angeboten, da die Ausfallzeit hier im Jahr schon maximal bei noch 32 Sekunden liegen darf. Erreichen lässt sich so ein Ausfallschutz vor allem durch Redundanzen innerhalb des Systems, denn so steht immer ein Ersatz zur Verfügung, falls eine Komponente beschädigt wird oder anderweitig fehlerhaft ist. 

Was gehört nicht zur Hochverfügbarkeit? 

Wie eingangs bereits erwähnt, wird der Begriff „Hochverfügbarkeit“ in der IT leider sehr inflationär gebraucht – und häufig auch im falschen Kontext. Dabei ist es wichtig, die Hochverfügbarkeit klar von anderen Konzepten und Bezeichnungen abzugrenzen. So geht es zum Beispiel bei der Hochverfügbarkeit nur um einen „normalen“ Ausfall des Systems aufgrund von fehlerhaften Komponenten oder Ähnlichem. Ein Schutz vor zerstörerischen Wetterereignissen oder Naturkatastrophen fällt dagegen nicht darunter – ein solcher Schutz gehört in die Kategorie Disaster Recovery. In eine ähnliche Richtung geht die sogenannte Geo-Redundanz, bei der durch eine räumliche Trennung von redundanten Rechenzentren der Betrieb auch bei Naturkatastrophen und ähnlichen Ereignissen sichergestellt werden soll. Der Schutz vor Datenverlust, etwa durch den Einsatz von RAID-Systemen und Backups, hat ebenfalls nichts mit Hochverfügbarkeit zu tun, denn bei Letzterer geht es um die Verfügbarkeit des Systems und der Anwendungen und nicht um die Verfügbarkeit der Daten.  

Um echte Hochverfügbarkeit zu erreichen, genügt es auch nicht, einen Ausfallschutz für die fehleranfälligsten Komponenten zu implementieren – denn was nützt beispielsweise ein zweites Netzteil, wenn dafür die CPU oder der Arbeitsspeicher ausfällt? 

Sind Cloud-Systeme automatisch hochverfügbar?

Der Trend in der IT geht eindeutig dahin, Prozesse, Daten und Systeme in die Cloud auszulagern. Diese Lösungen werben oft mit einem standortunabhängigen Zugriff rund um die Uhr – und viele Kunden gehen automatisch von einer Hochverfügbarkeit des Systems aus. Das ist allerdings gefährlich, denn auch Cloud-Angebote müssen die in den Klassen festgelegten Verfügbarkeiten erreichen, um als hochverfügbar zu gelten.

Das ist jedoch nicht bei allen Anbietern der Fall. Es gibt Varianten, die die Kriterien erfüllen. So hat Microsoft beispielsweise für Azure sogenannte „Availability Zones“ eingeführt, die innerhalb einer Region einen ausfallfreien Betrieb sicherstellen. Dazu besitzt jede Zone eigene Hardware mit eigener Stromversorgung und Kühlung, sodass beim Ausfall einer Zone die Prozesse sofort auf die anderen Zonen verteilt werden können. 

Azure-Ressourcen sind hochverfügbar dank unterschiedlichen FehlerdomänenDiagramm: Gemeinsam genutzte Azure-Ressourcen, die über verschiedene Fehlerdomänen bereitgestellt werden (Quelle: Microsoft)

Mit UPGREAT zur passenden Lösung

Wie Sie sehen, ist Hochverfügbarkeit keineswegs das grosse „Wundermittel“, wie es die Werbung gerne darstellt. Vielmehr sollte sie Teil des Gesamtsicherheitskonzepts sein, mit dem Sie Ihr IT-System und Ihre Daten schützen. Dazu gehören neben der Hochverfügbarkeit zum Beispiel auch die Datensicherung beziehungsweise eine Backup-Strategie und eine Disaster-Recovery-Lösung. Zudem müssen Sie für bestimmte Bereiche eine Verfügbarkeit festlegen, die mindestens erreicht werden soll, um ein tragfähiges Konzept entwickeln zu können.

Das alles erfordert viel Sachkenntnis und Erfahrung, daher ist es sinnvoll, hier einen Partner mit ins Boot zu holen. Mit UPGREAT haben Sie den idealen Partner gefunden. Unsere Experten unterstützen schon seit vielen Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation und entwickeln gerne für Sie ein individuelles Konzept das perfekt auf die Gegebenheiten in Ihrer Firma abgestimmt ist. Lassen Sie sich von unseren Leistungen und unserem Service überzeugen und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin!

Topics: Cloud, Backup