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UPGREAT Blog

Höchstleistung im Team: Am Arbeitsplatz und im Sattel

In einer Zeit und einer Branche wie der IT, halten sich Arbeit und Freizeit nicht immer die Waage. Umso bemerkenswerter, wenn Menschen sich so organisieren, dass sie auf beiden Seiten Höchstleistungen erbringen. So wie unser Teamleiter des Service Desks, Patric Tinner, der mit Bravour das wohl extremste Mountainbike-Rennen der Welt absolvierte. Ein Grund mehr, das Team von Patric zu unterstützen, denn wie bei UP-GREAT zählen bei ihm Teamorientierung und Mut um hochgesteckte Zielen zu erreichen.

Lampenfieber

Gänsehaut - weiche Knie - ich schwitze - nein ich friere, obwohl rund 30 Grad herrschen, ich war doch gerade erst auf der Toilette? Ich muss schon wieder? Ein letztes High-Five, der Countdown läuft… 4, 3, 2, 1 - GO! Der Puls rast, wir treten mit voller Energie in die Pedale. In den nächsten 8 Tagen können wir endlich beweisen, dass wir der Herausforderung gewachsen sind.

Disziplin

Nach 8 Monaten intensiver Vorbereitung, Verzicht, Rückschlägen, Schmerzen und hunderten Stunden im Sattel, kam der Moment, als ich zusammen mit meinem Teampartner Florian Bolt von der Startrampe ins 8-tägige Mountainbike-Etappenrennen in Südafrika, dem Absa Cape Epic, gestartet bin. Als Zweierteam absolvierten wir in dieser Zeit gemeinsam eine Strecke von rund 670 Kilometern mit 17'000 Höhenmetern auf den schönsten Singletrails Südafrikas.

Motivation

Um optimal auf das prestigeträchtigste Mountainbike-Etappenrennen der Welt vorbereitet zu sein, benötigt es einiges. Da wir stets als Zweierteam unterwegs waren, haben wir, um einander besser kennenzulernen, viele Trainingsstunden gemeinsam absolviert. Wir haben gelernt, dem Teamkollegen zu vertrauen. Um auf unbekannten Trails Rad an Rad in hohem Tempo zu fahren, muss man aufeinander zählen können. Wir haben gelernt, auf den anderen, aber auch auf uns selber zu hören und uns entgegen unserem Stolz mitzuteilen, wenn es nicht mehr ging. Durch motivierende Worte oder Sticheleien haben wir uns stets ans, teilweise auch übers Limit gepusht. Am Ende unserer Trainings hatten wir immer ein Lächeln im Gesicht.

Erholung

Um an einem so langen Mountainbike-Rennen, welches mehrere Tage dauert, erfolgreich zu sein, braucht es nebst körperlicher Fitness auch weitere Voraussetzungen, die gegeben sein müssen oder die man sich aktiv zurechtlegen muss. Die optimalen körperlichen Eigenschaften muss man sich mit Kontinuität und Geduld über lange Zeit hart erarbeiten. Das eingesetzte Material muss ausgiebig erprobt und in einwandfreiem Zustand sein. An den Renntagen muss einfach alles perfekt sitzen! Es sind die vielen kleinen Puzzle-Teilchen, die wir optimiert haben, damit sich daraus ein gut zusammengestelltes Bild ergibt. Ein kleiner Fehler oder eine Unachtsamkeit kann das Aus bedeuten und der Traum von der Ziellinie platzt innert Sekunden. Nebst der vielen harten Arbeit, ist es extrem wichtig, sich auch die nötige Ruhe und Erholung zu gönnen. Die korrekte Ernährung, regelmässig viel Schlaf und ein ausgeglichener Mix aus Training und Pause sind sehr wichtig.

Durchhalten

Während den Etappen, die teilweise über 100km lang waren, sind wir an unsere physischen, aber auch an die mentalen Grenzen gestossen. Dabei war sehr gut spürbar, dass das Team als Einheit funktionieren muss. Ich habe in diesen Zeiten der aussergewöhnlichen Belastung viel über mich selber gelernt. Wenn es während Stunden über ruppiges Gelände geht, die Finger so stark schmerzen, dass man den Lenker und die Bremsgriffe kaum mehr halten kann, gilt es durchzubeissen. Ich dachte an die Ziellinie und anstatt zu bremsen, liessen wir es einfach laufen und haben auf unsere Fähigkeiten vertraut.

Wir mussten Fingerspitzengefühl beweisen, in der Art und Weise, wie wir miteinander redeten, einander kritisierten und wieder aufbauten. Es war für unseren Erfolg aber essentiell, dass wir dies gemacht haben.

Wenn wir nach fünf Stunden in der brütenden Hitze erschöpft, mit Schmerzen am ganzen Körper und mit Sandstaub in der Lunge im Hotelzimmer rumhusteten, haben wir den Tag Revue passieren lassen und uns einen Plan für den nächsten Tag zurechtgelegt. Wir entschieden uns für einen konservativen Fahrstil, um Defekte oder Stürze zu verhindern. Es nützt nichts, wenn man bergab über seine Verhältnisse fährt und dann zu Boden geht oder das Bike beschädigt. Unsere konstante aber zügige Fahrweise hat sich ausbezahlt.

Erlösung

Absa Cape EpicNach acht intensiven Tagen war nun endlich der Moment gekommen -  wir fuhren ins Zielgelände im Weingut von Meerendal ein. Auf dem letzten Singletrail, als man den Speaker im Ziel schon hören konnte, kamen alle Emotionen hoch. Ich hatte Hühnerhaut, ein breites Grinsen und ein paar Tränen im Gesicht. Ich wusste, jetzt kann nichts mehr schief gehen. Die Zieleinfahrt war einfach atemberaubend. Gemeinsam überquerten wir die Ziellinie nach 32 Stunden 48 Minuten auf Rang 29 in der Herren-Kategorie. Insgesamt waren über 650 Teams am Start.

Erschöpft aber überglücklich stellte ich das Velo im Zielgelände ab und fühlte eine absolute Leere. Was kommt jetzt? Wie geht’s nun weiter? Es dauerte ein paar Minuten, bis ich realisierte, was wir geschafft hatten und ich mich von ganzem Herzen über unsere Leistung freuen konnte.