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Die Docker-Revolution - ein Sprung nach vorne oder Sturm im virtuellen Wasserglas?

Für den isolierten Betrieb von Anwendungen wurden bisher häufig virtuelle Maschinen (VMs) verwendet, allerdings sind diese recht ressourcenhungrig und benötigen durch die Images viel Speicherplatz. Nun schickt sich eine Anwendung an, die Vorherrschaft der VMs zu beenden: Docker. Aber kann Docker die virtuellen Maschinen wirklich ersetzen? Und wo liegen die Vorteile des Herausforderers? In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um Docker – und, ob sich die Anwendung für Ihr Unternehmen lohnt. 

Wie funktioniert Docker?

Bevor es näher um die Vorteile von Docker gehen soll, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie wissen, wie Docker aufgebaut ist und wie es funktioniert. Spricht man von Docker, sind eigentlich drei Elemente gemeint: der Docker Daemon, die Docker Images und die Docker Repositorys. Diese drei Elemente dienen dazu, die bei Linux seit einiger Zeit verfügbaren Container zu verwalten, mit denen es möglich ist, Prozesse isoliert zu starten.

Docker vs. VMs-1

Der Docker Daemon dient der Verwaltung der Container, mit Docker Images können Images für den Betrieb von Containern erstellt werden. Mit Docker Repositorys lassen sich Images versionieren und mit anderen teilen. Grundsätzlich bietet Docker also nichts, was mit einem normalen Linux-System nicht auch so möglich wäre, es erleichtert aber die Bedienung immens – insbesondere das Image-Format und die Möglichkeit zum Verteilen von Images sind im Vergleich zum normalen Betrieb sehr komfortabel. 

Welche Vorteile hat Docker gegenüber VMs?

Sie wissen jetzt im Groben, wie Docker funktioniert – aber wieso ist immer wieder von der „Docker-Revolution“ zu hören und zu lesen? Was macht Docker so besonders?

Nun, im Grunde ist es die Kombination aus hohem Bedienungskomfort und den Möglichkeiten, die sich durch Container ergeben. Letztere haben gegenüber virtuellen Maschinen nämlich verschiedene Vorteile, die sich gerade in der heutigen Zeit sehr stark bemerkbar machen. Mit einem Docker-Image lässt sich einfach ein Prozess auf einem System starten, ein Hypervisor – quasi die Schnittstelle zwischen der vorhandenen Hardware und dem Betriebssystem der VM – ist nicht nötig, auch ein eigenes Betriebssystem ist für Container nicht erforderlich.

Das spart nicht nur Platz, sondern macht den Einsatz von Containern sehr viel flexibler. Dadurch werden sie für die Entwicklung vielfach interessanter als virtuelle Maschinen, denn heutzutage müssen Entwicklungsprozesse agil und leicht skalierbar sein. Darüber hinaus müssen Anwendungen möglichst unabhängig von der Umgebung laufen, was sich mit Containern sehr viel einfacher bewerkstelligen lässt als mit VMs. Trotz dieser vielseitigen Einsetzbarkeit „schleppen“ Container kein Gastbetriebssystem mit sich herum, verbrauchen daher weniger Ressourcen als virtuelle Maschinen und starten schneller. Zusätzlich lassen sich Anwendungen mit Hilfe von Containern leichter portieren, was angesichts der heterogenen IT-Landschaft in den meisten Unternehmen ebenfalls ein echter Vorteil ist. 

Container in der Cloud

Neben den oben genannten Vorteilen gibt es aber noch eine weitere Entwicklung in der IT, die Docker zu einer äusserst interessanten Alternative macht: die Verlagerung in die Cloud. Immer mehr Unternehmen verkleinern das eigene Rechenzentrum und lagern Prozesse in die Cloud aus. Sie setzen damit auf eine Hybrid Cloud, was bei den Hypervisoren für die virtuellen Maschinen aber zu einem echten Problem werden kann. Die meisten Cloud-Anbieter setzen nämlich nur auf einen Hypervisor, der nicht für alle VMs geeignet ist. Um die Dienste voll nutzen zu können, müssten Sie sich also auf einen Hypervisor beziehungsweise einen Cloud-Anbieter beschränken und würden sich ungewollt in eine Herstellerabhängigkeit begeben. Damit wäre ein Wechsel der Anbieter nur mit einem beträchtlichen (finanziellen) Mehraufwand möglich.

Mit Containern haben Sie es da wesentlich einfacher, denn bei ihnen spielen Hypervisor und Provider praktisch keine Rolle – das Betriebssystem muss einige grundlegenden Funktionen bieten, dann ist der Einsatz von Containern ohne Probleme möglich. Zudem lassen sich Container und die darin enthaltenen Anwendungen sehr viel leichter zwischen Plattformen und Providern verschieben, sodass Sie eine Abhängigkeit von einem Anbieter vermeiden können. 

Docker sinnvoll nutzen – mit UPGREAT

Container ermöglichen es also, IT in vielen Bereichen flexibler und agiler zu betreiben, was ganz klar die aktuelle Entwicklung widerspiegelt. Trotzdem werden sie VMs auf absehbare Zeit nicht vollkommen verdrängen, da es noch immer Situationen gibt, in denen VMs die Lösung der Wahl sind. Container sind daher eher eine Ergänzung zu VMs, die zusätzliche Möglichkeiten eröffnet.

Wollen Sie mehr über die Einsatzszenarien und Vorteile von Docker und Containern – vor allem in einer Hybrid Cloud – erfahren, wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an uns. Wir beraten Sie umfassend und beziehen dabei selbstverständlich die individuelle Situation in Ihrem Unternehmen ein. So können wir Ihnen ein massgeschneidertes Konzept anbieten, um dessen Umsetzung wir uns selbstverständlich ebenfalls kümmern.

Für die technisch Interessierten werde ich zu einem späteren Zeitpunkt, in einem weiteren Beitrag noch tiefer auf das Thema eingehen. Bei Fragen dürfen Sie auch gerne auf mich zukommen. 
 

Topics: Infrastruktur, Cloud, Hybrid Cloud