Datenspeicher ist Datenspeicher, egal ob File, Block oder Object Storage – oder?

Daniel Spescha
20. Mai 2021 | 4 Min. Lesezeit
Themen: Storage

Das Thema Datenspeicherung ist für Unternehmen eine alltägliche Aufgabe. Dabei steht die Frage, auf welchen Typ von Speicher die Datenspeicherung erfolgen soll, oft gar nicht zur Debatte. Zu Unrecht, denn die Art der Speicherlösung entscheidet über Kosten, Performance und Möglichkeiten zur Verarbeitung. Deshalb ist es an der Zeit, sich näher mit dem Thema Datenspeicherung sowie den Eigenschaften zu befassen. 

Welche Speichertechniken existieren überhaupt und wie unterscheiden sich diese? 

Es gibt drei Arten von Speichertechniken. Dies sind File-, Block- und Object-Storage. Die drei Varianten zeichnen sich jeweils durch ganz spezifische Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile aus. 

File Storage: die klassische, bekannte Art der Datenspeicherung

Beim File Storage sind die Daten hierarchisch in einer Struktur abgelegt. Die Sortierung erfolgt anhand von Pfaden, die auf den Speicherort der Daten verweisen. Diese Technik kennen Sie von der Datenspeicherung Ihres Windows-Betriebssystems. Die Daten sind in einer Verzeichnisstruktur abgelegt und jeweils in ihrer Gesamtheit am Stück gespeichert. Auf diese Verzeichnisse ist ein direkter und strukturierter Zugriff möglich. Die Pfadstruktur kann sehr komplex ausfallen, da in der Tiefe weitere Verzeichnisse für Ordnung sorgen. Dies ist einer der Stärken des File Storage. Die Navigation ist logisch und ermöglicht es, grosse Mengen an Daten zu archivieren. Ein solcher File Storage ist dazu vergleichsweise günstig und lässt sich einfach skalieren. Jedoch gelangt diese Art der Speicherung in verschiedenen Situationen an ihre Grenzen. So ist die Zugriffszeit gering, da die Daten anhand der Verzeichnisstruktur angeordnet sind und ein Zugriff über den Pfad erfolgt. 

Block Storage: Speicherung von Daten in Blöcken 

Das Block Storage teilt Daten in Blöcke auf und nimmt eine logische und sinnvolle Anordnung vor. So liegen häufig benötigte Daten nah aneinander oder sind bei grösseren Arrays so angeordnet, dass eine möglichst gleichmässige Auslastung aller Speichersysteme erzielt wird. Somit bietet Ihnen ein Block Storage eine bessere Performance im Vergleich zum File Storage. Auch die Datenübertragungsraten sind in der Regel deutlich höher, gerade bei grösseren Speichersystemen. Die potenzielle Übertragungsrate steigt mit dem Ausbau des Block Storage, sodass eine Skalierung der Performance leicht möglich ist. Diese Vorteile erkauft das System jedoch mit einigen Nachteilen. Block Storage ist teurer als andere Lösungen, da ein spezielles Storage Area Network für die Realisierung benötigt wird. Die Speicherung unterscheidet sich ausserdem grundlegend von dem bekannten File Storage. Das System vergibt jedem Block eine eindeutige Adresse. Über diese Adresse findet das System die gewünschten Daten und ruft sie ab. Eine logische Strukturierung in Ordnern oder Verzeichnissen findet bei der Speicherung nicht statt. 

Object Storage: einzelne Daten verwandeln sich in Gesamtobjekte 

Das Object Storage betrachtet zusammengehörige Daten als Objekte. Zu einem solchen Objekt gehören weiterhin Meta-Daten sowie eine eindeutige ID. Dank dieser Speichertechnik besitzt auch das Object Storage flache Hierarchien, da die einzelnen Objekte eindeutig zu identifizieren sind. Die Kommunikation mit dem Object Storage erfolgt über das http-Protokoll und nicht etwa über die Verzeichnisstruktur. Dies erlaubt die Integration und Anbindung eines Object Storage an komplexe Speichersysteme wie eine Cloud. Der grosse Vorteil des Object Storage ist die enorme Skalierbarkeit. Speichersysteme lassen sich zusammenfassen, denn der eigentliche Ort der Speicherung ist beim Object Storage zweitrangig. Zu den Nachteilen gehört, dass durch die Zusammenfassung der Daten zu einem einzelnen Objekt die Veränderung solcher Pakete arbeitsintensiv sind. Auch ist das Object Storage nicht für alle Aufgaben geeignet, beispielsweise für die Speicherung von Datenbanken. 

Speicherlösungen im Cloud-Storage – diese Techniken bieten die grossen Cloud-Anbieter 

Microsoft, Amazon und Google sind die Global-Player, was Speicherlösungen in der Cloud anbelangt. Dementsprechend setzen auch diese Anbieter die drei vorgestellten Speichertechniken ein. Hier wird deutlich, dass die drei Unternehmen für bestimmte Szenarien jeweils auf eine Speichertechnik setzen. Amazon bietet etwa mit S3 einen Objektspeicher an und bewirbt diesen als Lösung für Data Lakes, Sicherung und Wiederherstellung oder IoT-Geräte. Microsoft setzt für seine Azure Virtual Machines auf einen Block Storage, da so eine hohe Leistung gewährleistet ist. Google hat ebenfalls einen Objektspeicher im Portfolio, bietet aber auch klassischen File Storage für weniger anspruchsvolle Szenarien oder die klassische Speicherung von Dokumenten an. Es zeigt sich also, dass die drei Techniken jeweils für bestimmte Aufgaben prädestiniert sind.

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Gemeinsam mit UPGREAT die richtige Speichertechnik auswählen 

Zwischen File-, Block- und Object-Storage gibt es keinen Gewinner. Vielmehr ist es entscheidend, dass Sie die richtige Technik für die dazugehörige Aufgabe auswählen. Auf diese Weise maximieren Sie die Leistung und reduzieren die Kosten. Beispielsweise eignet sich das Object Storage für statische Daten und als Cloud-Storage, während ein klassischer File Storage eine gute Infrastruktur für den Datenaustausch innerhalb Ihres Unternehmens darstellt. Bei der Auswahl sowie Einrichtung solcher Speichersysteme ist ein erfahrener Partner von Vorteil. Mit der UPGREAT Swiss Cloud steht Ihnen eine Option für eine private Cloud-Speicherplattform zur Verfügung. Suchen Sie nach einer leistungsstarken Speicherlösung für Ihr Unternehmen, dann nehmen Sie noch heute Kontakt mit UPGREAT auf.

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Daniel Spescha

Gepostet von Daniel Spescha

Als Expert Solution Advisor bei UPGREAT berate und betreue ich erfolgreiche Unternehmen in der Realisierung ihrer IT-Strategie.

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