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Top 3 der Informatiktage 2018: Unsichtbare Roboter, Augmented-Reality und Usability Lab

Rund 9'000 Personen besuchten am 1. und 2. Juni die Informatiktage 2018. Eine davon war ich. Genauer gesagt waren wir zu viert unterwegs - die ganze Familie musste mit. Selbst in dieser Branche tätig, wollte ich meinen Horizont erweitern und entdecken, wie andere am Puls der Innovation arbeiten. Mehr noch, ich wollte verstehen, wo konkrete Schritte entstehen um die Chancen der digitalisierten Welt anzupacken.

Alleine der ICT-Standort Zürich generiert 11 Mrd. Franken Wertschöpfung und bietet über 50'000 Menschen einen Arbeitsplatz. Bei so viel Hirnschmalz liegt es auf der Hand, dass etwas geboten wird. An Workshops, Referaten, Führungen und Diskussionen erhielten wir auf teils sehr kreative und verständliche Art Einblick in die Welt der IT und der IT-Berufe. Obwohl ein Tag niemals reicht um alle Vorstellungen zu besuchen, wage ich in diesem Blog eine Top 3 Hitparade zu verfassen.

Produktiv mit einem Roboter den man nicht sieht

Im gediegenen Empfangs- und Workspace-Saal von Accenture ist er nicht zu übersehen: "Pepperder Roboter der auf die Mimik und Gestik von Menschen reagiert. Soll dieser Kerl, der meine Tochter ein ganze Stunde in Beschlag nimmt, ein untrennbarer Bestandteil der Arbeitswelt oder der Freizeit werden? Ganz klar: Roboter dringen in viele Bereiche unserer Arbeit vor. Pepper versucht die Sprache meiner Tochter zu verstehen. Zuerst Zürich-Deutsch, dann Hochdeutsch und am Schluss Englisch. Doch Pepper wird nicht immer schlau daraus. Am Schluss klappt dann immerhin die legendäre Usain Bolt Pose. PepperWas derzeit noch ab und zu für Lacher sorgt, wird bald nicht mehr wegzudenken sein. Kein Witz, dieser humanoide Roboter wird uns zukünftig in Warenhäusern begrüssen oder den Weg erklären. Damit Pepper erfolgreich ins Geschäftsmodell integriert werden kann, dafür sorgt das Zürcher Startup mit ihrem Software-as-a-Service Ansatz. Sie vernetzen bestehende und neue Datenquellen und beschäftigen sich darum auch intensiv mit intelligentem Datenmanagement.  

Für meinen ersten Favoriten der Top 3 sorgte aber nicht Pepper, sondern eine unsichtbare Arbeitskraft. Wie Pepper gehört diese ebenfalls zur Gattung der Roboter. Diese Arbeitskraft ist schon tausendfach im Einsatz, täglich. Sie arbeitet rund um die Uhr, ohne jemals Ferien zu machen. Sie lernt unzählige Fähigkeiten dazu. Je mehr sie lernt, desto effizienter wird sie. Sie entlastet die besten menschlichen Mitarbeitenden und ergänzt diese durch eine «digitale Belegschaft». Robotic Process Automation heisst diese Art von digitalem Gehilfen. Der Hersteller Blue Prism verspricht, dass ihre Softwareplattform eine agile und kosteneffektive Geschäftsabwicklung durch die schnelle Automatisierung von manuellen, regelbasierten Back-Office-Verwaltungsprozessen ermöglicht. Beeindruckt hat mich die Vorstellung eines IT Consultants von Accenture vor allem deshalb, weil im vorgestellten Fall der Roboter langweilige und kostspielige Routineaufgaben automatisiert durchführt: Fehler an Maschine feststellen, Ticket in Excel erfassen, Liste im SharePoint übertragen, E-Mail schicken, etc.

Die Imitation von menschlichen Arbeitsschritten hat diese Vorteile:

  • Repetitive Arbeiten entfallen
  • Die Qualität ist immer gleich gut
  • Alle Aufgaben werden nach klar definierten Regeln gelöst
  • Die Genauigkeit ist grösser als bei einem Menschen
  • Kosten werden eingespart – nicht aber das Personal
  • Das Personal hat «besseres zu tun» und wird von Routine-Arbeiten entlastet
  • Die Mitarbeitenden sind zufriedener
  • Die Aufgaben werden bedeutend schneller gelöst

Die von Gartner als «Cool Vendor» eingestufte RPA-Firma Blue Prism kriegt auch von mir ein «sehr cool».

Jeder Besucher ist ein Usability Tester

In Zürich-Albisrieden lockte die dortige IT-Szene zum IT-Fest. Eine davon, die OIZ, die Informatikabteilung der Stadt Zürich, lud zur aktiven Teilnahme durch die Bevölkerung ein. Die Stadt gewährte Einblicke, wie sie ihre Digitalisierungsvorhaben umsetzen will. Da wurde ein Projekt für digitale Strasseninformationen vorgestellt und eine App für Ordnungsbussen. Leider keine App zum Parkieren, jedoch erlangten Besucher im Innovation Lab Einblicke zu «Mein Konto», dem zentralen Zugang zu den Online-Leistungen der Stadt Zürich.

Der zweite Top 3 Kandidat von mir war jedoch keine Software, sondern eine clevere Methode um die Usability einer Software zu verbessern. Eine gute Usability gelingt, wenn möglichst vielen Anwendern auf die Finger geschaut wird und das individuelle «Erlebnis» der Navigation durch die Software erfasst wird. So hatte sich die OIZ bestimmt überlegt, wo viele Besucher zu den Veranstaltungen kommen, gibt es viele potenzielle Anwender. Folglich haben Besucher die Möglichkeit erhalten, eigene Online-Services zu entwerfen und an Usability-Tests teilzunehmen. Besonders hat mir dabei die Kompetenz, Geduld und Berufsfreude der Informatiker gefallen, die die Interviews durchführten. Aufgefallen ist mir die Einfachheit etlicher Bürger-Services (Tagesparkkarte, E-Umzug, Wohnsitzbestätigung, Betreuungsvereinbarung), die bereits mit Kreditkarte und rund um die Uhr digital abgerufen werden können. Obwohl «Mein Konto» immer noch weiterentwickelt wird, bietet die neue Plattform bereits jetzt wertvollen Nutzen – sowohl für die Bevölkerung als auch für die Verwaltung. Wenn nur meine Wohngemeinde so einen Self-Service anbieten würde. Ich muss wohl nach Zürich umziehen… 

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Augmented-Reality: Ist die Realität noch schöner?

Augmented_RealityEin Detail ist mir aufgefallen. Am ganzen Anlass ist zu meiner Erleichterung das Wort «Digitalisierung» nur einmal gefallen. Für mich ein Indiz, dass Informatik nicht «per se» digitaler Wandel heisst, sondern vielmehr Schwunggeber für fassbare Umsetzungen ist. Eine solcher Technologie-Schwunggeber findet sich am Stand der Städteplaner von Zürich: die HoloLens von Microsoft. Mein Sohn durfte eine aufsetzen und auch ich erhielt später die Möglichkeit. Premiere für mich. Es braucht keine Anleitung, man blickt durch und sieht ein Städtemodell vor sich in der Luft schweben. Verblüffend. Doch erst die Anleitung durch Fachleute der Stadtplanung zeigt, was das teure Teil kann. Wir blicken mit der HoloLens in die Zukunft der Stadt. Eine Fingerberührung in der Luft – die Finger ersetzen die Maus - und plötzlich steht eine Tramhaltestelle samt Tram mitten im 3D-Modell eines Quartiers. Gemeinsam blicken wir auf die eine Stelle auf dem Tramperron, wo uns der Stadtplaner sogleich virtuell hineinbefördert. Sekunden später stehen wir neben einem Tram. Links und rechts erheben sich Gebäude. Realität und modellierte Zukunft überlagern sich. Wir laufen herum, die Projektion bewegt sich mit. Schattenwurf, Sonnenstand, Umgebung, alles kann simuliert werden. Wer dies ein mal erlebt hat, dem wird klar, die Zukunft in der Planung hat erst begonnen. Das Potenzial ist riesig. Gerade letzte Woche haben wir in einem Blogbeitrag darüber geschrieben, wie Microsoft in der nächsten Version von SharePoint mit Space, Mixed Reality unterstützen wird. Es ist eine Frage der Zeit, bis mit der HoloLens SharePoint Content integriert und gemeinsam visualisiert werden kann. Grossartig gemacht, die Top 3 ist dank den fortschrittlichen Städtplanern komplett.

UPGREAT macht für Sie die Türen auf – das ganze Jahr

Haben auch Sie an den Informatiktagen teilgenommen? Wie sieht ihre Top 3 aus? Falls Sie den ICT-Event verpasst haben, wir öffnen gerne auch unter dem Jahr die Türen für Sie. UPGREAT begleitet Sie auf Ihrer digitalen Reise und erbringt sämtliche IT-Services die Sie entlasten. Von der IT-Infrastruktur über das technische Engineering bis hin zur Entwicklung von Geschäftslösungen auf der Basis von SharePoint, Dynamics oder skybow decken wir den gesamten Rahmen ab. Oder Sie sind auf der Suche nach einem interessanten Informatik-Job in einem unabhängigen KMU? So oder so machen Sie einen Termin mit uns UP. 

Topics: ittage18, Digitalisierung